Cold Brew selber machen – Rezept und Tipps für den perfekten Sommer-Kaffee
Dieser Artikel kann Affiliate-Links enthalten. Wenn du über diese Links einkaufst, erhalten wir möglicherweise eine kleine Provision — ohne Mehrkosten für dich. Das hilft uns, weiterhin kostenlose Inhalte zu erstellen.
Es gibt Tage, an denen ein heißer Espresso einfach nicht die richtige Wahl ist, wenn die Sonne auf den Balkon knallt und du etwas Kühles, Erfrischendes brauchst, das trotzdem nach richtig gutem Kaffee schmeckt. Genau dafür gibt es Cold Brew. Das Tolle: Du brauchst keine Spezialausrüstung, die Zubereitung ist kinderleicht, und das Ergebnis schmeckt weicher und süßer als jeder Eiskaffee aus dem Supermarkt.
Cold Brew vs. Eiskaffee: Der entscheidende Unterschied
James Hoffmann: Der Kaffeeatlas
Das Standardwerk über Kaffee-Herkunftsländer und Geschmacksprofile, ein Muss für jeden Kaffee-Nerd.
Anzeige · Affiliate-Link.
Cold Brew ist Kaffee, der mit kaltem Wasser über viele Stunden extrahiert wird. Das ist etwas komplett anderes als Eiskaffee, bei dem heißer Kaffee einfach auf Eis gegossen wird. Durch die langsame, kalte Extraktion werden weniger Bitterstoffe und Säuren gelöst. Das Ergebnis ist ein samtig-weiches Konzentrat mit natürlicher Süße und schokoladigen Noten.
Cold Brew Grundrezept: Verhältnis, Mahlgrad, Ziehzeit
Dallmayr prodomo gemahlen 250 g
Bereits passend gemahlen, unkompliziert für Filter- und Kaltmethoden.
Anzeige · Affiliate-Link zu Dallmayr.
Für deinen ersten Cold Brew brauchst du genau drei Dinge: Kaffeebohnen, Wasser und ein Gefäß. Mehr nicht.
Zutaten
- 100 g grob gemahlener Kaffee (Mahlgrad wie für French Press, ungefähr wie grobes Meersalz)
- 1 Liter kaltes, gefiltertes Wasser
Verhältnis
Das Standardverhältnis für Cold Brew Konzentrat ist 1:10 (Kaffee zu Wasser in Gramm). Für ein trinkfertiges Getränk (ohne Verdünnung) nimm 1:15. Ich empfehle dir, mit dem Konzentrat zu starten, du kannst es später mit Wasser, Milch oder Eis verdünnen und hast mehr Flexibilität.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Bohnen grob mahlen. Der Mahlgrad ist entscheidend: zu fein = bitter und trüb, zu grob = wässrig und flach. Orientiere dich an grobem Meersalz.
- Kaffee in ein Gefäß geben. Ein Einmachglas, eine French Press oder ein spezieller Cold-Brew-Maker, alles funktioniert.
- Kaltes Wasser hinzufügen. Gieße das Wasser über den Kaffee und rühre einmal kurz um, damit alles gleichmäßig benetzt ist.
- Abdecken und in den Kühlschrank stellen. Warte 12–24 Stunden. Der Sweet Spot liegt für die meisten Bohnen bei 16–18 Stunden.
- Filtern. Gieße den Cold Brew durch ein feines Sieb oder einen Papierfilter. Wenn du eine French Press benutzt, drücke einfach den Stempel herunter.
- Genießen. Das Konzentrat mit Wasser oder Milch im Verhältnis 1:1 verdünnen, Eis dazu, fertig.
Bohnenwahl für Cold Brew: Medium Roast gewinnt
Cold Brew verzeiht viel, aber die Bohnenwahl macht trotzdem einen Unterschied. Hier meine Empfehlungen:
- Medium Roast: Die beste Allround-Wahl. Du bekommst Schokoladen- und Nussnoten ohne übermäßige Bitterkeit.
- Brasilianische oder kolumbianische Bohnen: Schokoladig, nussig, wenig Säure, perfekt für Cold Brew.
- Natürlich aufbereitete Bohnen: Diese bringen fruchtige Süße mit, die im Cold Brew besonders gut zur Geltung kommt.
3 Cold-Brew-Varianten, die wirklich funktionieren
Wenn du den Basis-Cold-Brew draufhast, probier mal diese Varianten:
Cold Brew Tonic
Fülle ein Glas mit Eis, gieße 100 ml Tonic Water darüber und dann langsam 60 ml Cold Brew Konzentrat. Die Kohlensäure des Tonics verbindet sich wunderschön mit dem weichen Kaffee, ein echter Sommerhit.
Vanilla Cold Brew
Gib eine aufgeschnittene Vanilleschote direkt zum Kaffeemehl, bevor du das Wasser hinzufügst. Die Vanille extrahiert zusammen mit dem Kaffee und verleiht dem Ganzen eine subtile, natürliche Süße.
Cold Brew mit Hafermilch
Mein persönlicher Favorit für den Nachmittag: 100 ml Cold Brew Konzentrat, 100 ml Barista-Hafermilch, viel Eis. Die cremige Hafermilch und der weiche Cold Brew ergänzen sich perfekt.
Bitter, wässrig, trüb: Diagnose und Sofort-Fix
Der Kaffee schmeckt bitter
Zu fein gemahlen oder zu lange gezogen. Verkürze die Ziehzeit auf 12 Stunden und mahle gröber.
Der Kaffee schmeckt wässrig
Zu grob gemahlen, zu wenig Kaffee oder zu kurze Ziehzeit. Erhöhe die Kaffeemenge oder lass ihn länger ziehen.
Der Cold Brew ist trüb
Kein Qualitätsproblem, das passiert bei zu feinem Mahlgrad. Filtere ein zweites Mal durch einen Papierfilter für ein klares Ergebnis.
Cold Brew optimieren: Mahlgrad, Wasser und Ziehzeit im Detail
Ein Cold Brew aus 100 g Kaffee auf 1 Liter Wasser klingt simpel, aber drei Variablen entscheiden über Erfolg oder Misserfolg: der Mahlgrad, die Wasserqualität und die Ziehzeit. Wer diese drei Parameter versteht, erzielt reproduzierbar gute Ergebnisse.
Der Mahlgrad für Cold Brew entspricht dem einer French Press: grob wie Rohrzucker, deutlich gröber als für Filter oder Espresso. Eine gute Handmühle wie die Comandante C40 oder 1Zpresso JX liefert hier gleichmäßige Partikel ohne Feinstaubanteil, das macht den Cold Brew klarer und weniger bitter. Wer eine elektrische Mühle nutzt, wählt bei einer Baratza Encore Mahlgrad-Stufe 28–32 als Startpunkt.
Vergleich: Mahlgrad, Ziehzeit und Geschmacksergebnis
| Mahlgrad | Ziehzeit (Kühlschrank) | Ergebnis |
|---|---|---|
| Sehr grob (French Press ++) | 20–24 Std. | Klar, leicht wässrig bei kurzen Zeiten |
| Grob (French Press) | 16–18 Std. | Sweet Spot: weich, schokoladig, klar |
| Mittel (Filter) | 12–14 Std. | Riskant: trüb, Tendenz zu Bitterkeit |
| Fein (Espresso) | 8–12 Std. | Bitter, sehr trüb, über-extrahiert |
Die Wasserqualität wird oft unterschätzt. Weiches Wasser (unter 100 mg/l Gesamthärte) extrahiert aggressiver und kann die Säure betonen. Hartes Wasser (über 250 mg/l) unterdrückt die Extraktion und macht das Ergebnis flach. Ideal sind 100–150 mg/l, in Deutschland entspricht das etwa dem Leitungswasser in Hamburg oder München nach einem einfachen Britta-Filter. Wer in einer Hartwasserregion wohnt (z. B. Berlin mit über 400 mg/l), profitiert deutlich von gefiltertem Wasser.
Wenn du mit Cold Brew Konzentrat arbeitest (Verhältnis 1:10), verdünnst du es beim Servieren 1:1 mit Wasser oder Milch. Das Konzentrat hält sich im verschlossenen Glas bis zu 14 Tage im Kühlschrank, die Aromen bleiben stabil, weil keine Hitze-Oxidation stattgefunden hat. Trinkfertiger Cold Brew (Verhältnis 1:15) solltest du innerhalb von 7 Tagen verbrauchen, da er empfindlicher auf Temperaturschwankungen reagiert.
Checkliste für deinen ersten Cold Brew:
- ☐ Mahlgrad wie French Press (grob wie Rohrzucker) eingestellt
- ☐ Verhältnis 1:10 (100 g Kaffee auf 1 Liter Wasser) für Konzentrat gewählt
- ☐ Gefiltertes oder weiches Wasser unter 150 mg/l Härte verwendet
- ☐ Alles verrührt, damit kein Kaffeemehl trocken oben schwimmt
- ☐ Gefäß abgedeckt und in den Kühlschrank gestellt (nicht Zimmertemperatur)
- ☐ Ziehzeit auf 16–18 Stunden eingestellt (Timer setzen)
- ☐ Durch feines Sieb und anschließend Papierfilter gegossen für klares Ergebnis
- ☐ Konzentrat 1:1 mit Wasser oder Milch verdünnt vor dem Servieren
Kaffee-Wissen für Zuhause
Neue Rezepte, Maschinen-Tests und Barista-Tipps – jeden Freitag in deinem Postfach.
🎁 Gratis dazu: Espresso-Einsteiger-Guide (PDF)
Kommentare (0)
Veröffentlicht durch die Barista Daheim-Redaktion. Veröffentlicht am 23. Oktober 2026.
Verantwortlich i.S.d. § 18 MStV: siehe Impressum.
Fehler entdeckt oder ergänzende Erfahrung? korrektur@barista-daheim.de