Guide/Cold Brew & Espresso-Kaltgetränke für den Sommer
Cold Brew & Espresso-Kaltgetränke für den Sommer

Cold Brew & Espresso-Kaltgetränke für den Sommer

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Kalter Kaffee im Sommer: 4 Methoden, die wirklich funktionieren

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James Hoffmann: Der KaffeeatlasDas Standardwerk über Kaffee-Herkunftsländer und Geschmacksprofile – ein Muss für jeden Kaffee-Nerd.

30 °C draußen, die Sonne brennt – und du stehst in der Küche vor deiner Siebträgermaschine und überlegst, ob du wirklich einen heißen Espresso trinken willst. Die Antwort: Nein, musst du nicht. Denn kalter Kaffee ist längst kein Kompromiss mehr – er ist eine eigene Disziplin mit eigenen Regeln, eigenen Aromen und eigenem Genuss.

Cold Brew vs. Iced Coffee: Der Unterschied

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Bevor wir loslegen, räumen wir ein Missverständnis auf: Cold Brew und Iced Coffee sind nicht dasselbe.

Eigenschaft Cold Brew Iced Coffee
ZubereitungKaltes Wasser, 12–24 StundenHeiß gebrüht, dann gekühlt
GeschmackMild, süß, wenig SäureWie heißer Kaffee, nur kalt
SäuregehaltCa. 65 % weniger als heiß gebrühtNormal (durch heiße Extraktion)
KoffeingehaltHoch (lange Kontaktzeit)Normal
AufwandGering, aber 12–24 Std. VorlaufSofort verfügbar
Haltbarkeit5–7 Tage im KühlschrankSofort trinken

Cold Brew selber machen: Die perfekte Anleitung

Was du brauchst

  • 100 g Kaffee, grob gemahlen (wie French Press)
  • 1 Liter kaltes, gefiltertes Wasser
  • Ein Gefäß (Einmachglas, French Press oder Cold Brew Maker)
  • Sieb oder Papierfilter zum Abseihen
Cold brew espresso kaltgetraenke sommer: practical guide overview
Cold brew espresso kaltgetraenke sommer

Schritt für Schritt

  1. Kaffee mahlen: Grob bis mittel-grob. Deutlich gröber als für Espresso. Wenn er aussieht wie grobes Meersalz, bist du richtig.
  2. Mischen: Kaffee in das Gefäß geben, kaltes Wasser dazugießen, einmal umrühren.
  3. Ziehen lassen: 12–18 Stunden bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank. Im Kühlschrank dauert es etwas länger (18–24 Std.), ergibt aber ein milderes Ergebnis.
  4. Filtern: Durch ein Sieb und anschließend durch einen Papierfilter gießen. Das entfernt Feinstoffe und ergibt einen cleanen Cold Brew.
  5. Lagern: Im Kühlschrank bis zu 7 Tage haltbar.
Cold Brew Konzentrat: Verwende ein Verhältnis von 1:5 (100 g auf 500 ml) statt 1:10 für ein Konzentrat, das du dann mit Wasser, Milch oder Eiswürfeln verdünnst. So hast du eine flexible Basis für verschiedene Getränke.

Rezept 1: Espresso Tonic

Der Espresso Tonic ist das wahrscheinlich erfrischendste Kaffee-Getränk, das du jemals trinken wirst. Die Kombination aus bitterem Espresso und herber Tonic Water klingt ungewöhnlich – und schmeckt fantastisch.

  • Zutaten: 1 doppelter Espresso (ca. 40 ml), 150 ml premium Tonic Water (Fever-Tree oder Thomas Henry), Eiswürfel, optional: Orangenzeste
  • Zubereitung: Glas mit Eis füllen. Tonic Water gießen. Espresso langsam über einen Löffelrücken auf das Tonic schichten – so entsteht eine wunderschöne Schichtung.
  • Garnieren: Orangenzeste über dem Glas ausdrücken und reinlegen.
Profi-Tipp: Kühle deinen Espresso 30 Sekunden im Tiefkühler vor, bevor du ihn auf das Tonic gibst. So schmilzt weniger Eis und die Schichtung hält länger.

Rezept 2: Iced Latte

Der Iced Latte ist der Klassiker für alle, die Milchkaffee lieben, aber im Sommer nicht heiß trinken wollen.

  • Zutaten: 1 doppelter Espresso, 200 ml kalte Milch (oder Haferdrink), Eiswürfel, optional: Vanillesirup
  • Zubereitung: Glas mit Eis füllen. Kalte Milch gießen. Espresso langsam dazugeben. Optional: 10 ml Vanillesirup vor der Milch ins Glas geben.
Fehler vermeiden: Gieße den Espresso nicht zuerst ins Glas und dann Milch dazu. Der heiße Espresso schmilzt sofort das gesamte Eis, und du hast ein lauwarmes, wässriges Getränk. Immer: Eis → Milch → Espresso.

Rezept 3: Cold Brew Lemonade

Ein unerwarteter Geheimtipp: Cold Brew mit Limonade. Die Süße der Limo und die Milde des Cold Brew ergeben ein sommerliches Getränk, das süchtig macht.

  • Zutaten: 100 ml Cold Brew Konzentrat, 150 ml hausgemachte Limonade (Zitronensaft, Zucker, Wasser), Eiswürfel, frische Minze
  • Zubereitung: Limonade herstellen (50 ml Zitronensaft + 20 g Zucker + 100 ml Wasser). Glas mit Eis füllen. Limonade gießen. Cold Brew langsam dazugeben. Mit Minze garnieren.

Rezept 4: Affogato (der Espresso-Eisbecher)

Technisch kein Kaltgetränk, sondern ein Dessert – aber zu gut, um es auszulassen.

Cold brew espresso kaltgetraenke sommer: step-by-step visual example
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  • Zutaten: 1 Kugel hochwertiges Vanilleeis, 1 einfacher Espresso (frisch gezogen)
  • Zubereitung: Eiskugel in eine vorgerühlte Schale geben. Espresso direkt darüber gießen. Sofort servieren und genießen, bevor das Eis komplett schmilzt.

Die besten Bohnen für Cold Brew

Nicht jeder Kaffee eignet sich gleich gut für Cold Brew. Weil die kalte Extraktion weniger Säure löst, willst du Bohnen, die von sich aus interessante, süße Aromen mitbringen:

  • Ideal: Mittlere Röstung, Brasilien, Kolumbien, Guatemala – Schokolade, Nuss, Karamell kommen perfekt zur Geltung.
  • Experimentell: Äthiopien (natur) für fruchtigen, fast saftigen Cold Brew – Blaubeere und Erdbeere im Glas.
  • Vermeiden: Sehr helle Röstungen können in Cold Brew flach und grasig schmecken. Sehr dunkle Röstungen werden manchmal aschig.
Sommer-Tipp: Bereite am Sonntagabend einen großen Batch Cold Brew vor (300 g Kaffee auf 1,5 Liter Wasser als Konzentrat). Das reicht für die ganze Woche – jeden Morgen ein erfrischendes Kaltgetränk in 30 Sekunden.

Siebträger und Espresso im Sommer: Parameter, die du anpassen musst

Eis und Kälte verändern, wie du deinen Espresso ziehen solltest. Ein klassischer Espresso mit 18 g Kaffeemehl, 36 g Auslauf und 27 Sekunden Extraktionszeit schmeckt heiß getrunken ausgewogen — über Eis wird er oft flach und wässrig. Wer konsequent Iced Drinks zubereitet, braucht einen leicht angepassten Ansatz.

💡 Gut zu wissen: Für Iced Latte und Espresso Tonic empfiehlt sich eine leicht höhere Dosis (19–20 g im Doppelsieb) bei gleichem Auslaufgewicht (36–38 g). Die kürzere Extraktionszeit (22–25 Sek.) liefert einen konzentrierteren Shot, der durch das Eis nicht sofort verwässert.

Deine Brühtemperatur bleibt bei 92–94 °C — hier musst du nichts ändern. Der Unterschied liegt im Verhältnis: Beim klassischen Espresso arbeitest du mit einem Brew Ratio von 1:2 (18 g rein, 36 g raus). Für Kaltgetränke kannst du auf 1:1,8 gehen — intensiver, konzentrierter, und das Eis hat weniger Einfluss auf den Gesamtgeschmack.

Geräte-Check: Was deine Maschine können muss

GerätEignung für KaltgetränkeAnmerkung
Sage Barista Express / Bambino PlusSehr gutSchnelle Aufheizzeit, 9 Bar stabil — ideal für Espresso Tonic
DeLonghi La Specialista / Dedica ArteGutDedica: nur 15 Bar-Pumpe, Druck regeln wenn möglich
Gaggia Classic ProSehr gutPräzise Temperaturkontrolle — Surfing möglich für ±1 °C
Rancilio SilviaGutThermoblock braucht 20–25 Min. Aufwärmzeit einplanen
Vollautomaten (Jura, Philips)EingeschränktBrew Ratio nicht justierbar — Ergebnis oft zu dünn über Eis

Für Cold Brew brauchst du überhaupt keine Maschine — hier ist deine Mühle wichtiger. Grobe Mahlgrade für Cold Brew (Stufe 7–8 auf einer Eureka Mignon Specialita oder Stufe 40+ auf einer Comandante) schützen den Filter und reduzieren Bitterkeit. Mit einer Baratza Encore reicht Stufe 28–32 für ein sauberes Ergebnis.

⚠️ Häufiger Fehler: Cold Brew zu fein mahlen. Wenn der Mahlgrad kleiner als French-Press-Körnung ist, entsteht ein schleimiger, sehr bitterer Sud — selbst bei 1:10 Verhältnis. Der Kaffeesatz setzt außerdem den Filter zu, was das Filtern zur Geduldsprobe macht. Lieber zu grob als zu fein starten.

Experimentierfreudige probieren auch den Japanese Iced Coffee: Du brühst direkt auf Eis — also mit 250 g Eis im Server statt Wasser in der Kanne. Die heiße Extraktion passiert bei normaler Temperatur (94 °C), kühlt aber sofort auf 0–5 °C ab. Ergebnis: Fruchtige, lebendige Aromen, die bei langsamer Abkühlung verloren gehen würden. Dafür eignet sich ein Hario V60 oder ein Chemex ideal.

Checkliste für Kaltgetränke aus dem Siebträger:

  • ☐ Doppelsieb mit 18–20 g Kaffeemehl befüllen (leicht höhere Dosis als normal)
  • ☐ Brew Ratio auf 1:1,8 einstellen (z.B. 19 g rein → 34 g raus)
  • ☐ Extraktionszeit: 22–27 Sekunden (kompakter, konzentrierter Shot)
  • ☐ Tasse oder Shot-Glas auf Zimmertemperatur — kein vorgeheiztes Porzellan für Iced Drinks
  • ☐ Eis immer zuerst ins Glas, dann Milch oder Tonic, Espresso zuletzt schichten
  • ☐ Cold Brew: Verhältnis 1:10 (100 g auf 1 L), 12–18 Std. im Kühlschrank, grob mahlen (wie French Press)
  • ☐ Bohnen: mittlere Röstung aus Brasilien oder Kolumbien für milde, schokoladige Kaltgetränke wählen
  • ☐ Tonic Water: immer Premium (Fever-Tree, Thomas Henry) — günstiges Tonic versalzt den Espresso Tonic mit Süße

Empfehlung: Starte mit Cold Brew Konzentrat und dem Espresso Tonic

Kalter Kaffee ist kein Plan B für heiße Tage – er ist eine eigene Welt voller Geschmack und Kreativität. Cold Brew, Espresso Tonic, Iced Latte – jedes dieser Getränke hat seinen eigenen Charakter und verdient es, mit genauso viel Liebe zubereitet zu werden wie dein morgendlicher Espresso. Probier dich durch, finde deine Favoriten und genieß den Sommer – mit einem kalten Glas Kaffee in der Hand.

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Veröffentlicht durch die Barista Daheim-Redaktion. Veröffentlicht am 30. Juni 2026.

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